
Venus und Primavera — ein Duell der Blicke
Im neuen permanenten Ausstellungsbereich der Uffizien in Florenz, der Sandro Botticelli gewidmet ist, schauen sich die beiden ikonischen weiblichen Figuren der Renaissance nun erstmals direkt in die Augen
Die berühmtesten Göttinnen aus dem Pinsel des großen Renaissancemeisters Sandro Botticelli — die Venus und die Primavera — sind heute einander gegenübergestellt. Die neue permanente Anordnung der dem Florentiner Malgenius des 15. Jahrhunderts gewidmeten Räume in den Gallerie degli Uffizi versetzt sie in einen direkten und bislang einzigartigen Dialog.
Zum ersten Mal sind die Werke in hermetischen Vitrinen untergebracht, die ihre Konservierung unter bestmöglichen Sicherheitsbedingungen gewährleisten. Die großen schützenden Außenverglasung, die die unmittelbare Wahrnehmung dieser monumentalen Wandgemälde veränderten, wurden entfernt.
Für den Direktor der Gallerie degli Uffizi, Simone Verde, stellt dies «eine wichtige neue Etappe — gewiss nicht die letzte — der 2024 angekündigten Gesamtneugestaltung der Gallerie dar, die bereits die Eröffnung zahlreicher vollständig erneuerter Räume ermöglicht hat, darunter das Kabinett der antiken Marmore, den Niobe-Saal und das Kabinett der Mathematik. Ziel dieser zugleich philologischen, ästhetischen und kunsthistorischen Operation ist es, das überaus reiche und kostbare monumentale und Sammlungserbe der Medici neu zu vereinen, damit die Gallerie — sich erneuernd, ohne ihre Identität zu verraten — weiterhin das bleiben, was sie immer waren: das schönste Museum der Welt».


